Land-& Forstwirtschaft im Berchtesgadener Land
Die Land- und Forstwirtschaft im Berchtesgadener Land ist geprägt durch viele klein- und mittelständische Betriebe, deren Schwerpunkte in der Milchproduktion und der Grünlandwirtschaft liegen. Daraus resultiert eine abwechslungsreiche und insbesondere im Berggebiet sehr reizvolle Kultur- und Naturlandschaft.
Die Grünen unterstützen deshalb die Milchbauern in ihren Bestrebungen einen angemessenen Milchpreis durchzusetzen. Dabei werden sich BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN besonders dafür einsetzen, dass sich der derzeit noch niedrige Anteil an Biobauern deutlich erhöht. Sowohl der steigende Bedarf bei den Verbrauchern nach Ökoprodukten als auch der berechtigte Anspruch der Bauern auf faire Preise sollen erfüllt werden. Beides sichert den Erhalt unserer einmaligen Landschaft.
Mittelfristig sollte sich die Landwirtschaft auch auf den Klimawandel einstellen. Dieser wird zur paradoxen Situation führen, dass gleichzeitig Starkregengüsse und Trockenheitsphasen zunehmen. Die Produktionsbedingungen zum Beispiel für die Milchviehhaltung könnten sich dramatisch verändern. Die zunehmende Unberechenbarkeit des Wetters wird die Bauern vor Probleme stellen. Auch die Landwirtschaft selbst kann einen Beitrag zur Begrenzung des Klimawandels leisten, zum Beispiel durch einen Umstieg auf ökologischen Landbau. Diese Bewirtschaftungsform benötigt viel weniger Fremdenergie als der konventionelle Landbau.
Gentechnikfreie Produktion, nicht nur auf den Feldern, sondern auch beim Zukaufsfutter für die Tiere sind die Grundlage einer zukunftsfähigen Landwirtschaft. Deshalb begrüßen die Grünen Selbstverpflichtungen wie bei den Direktvermarktern vollständig auf Gentechnik zu verzichten. Noch ist es möglich den Landreis frei von Gentechnik auf den Feldern und im Stall zu bewirtschaften. Die Risiken der Gentechnik sind ähnlich der Nutzung der Atomkraft zu hoch und die Folgen nicht abzuschätzen.
Die Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen unterstützen wir. Sie sollte sich auf den Einsatz des in der Region anfallenden Holzzuwachses und insbesondere die Gewinnung von Biogas aus den sowieso anfallenden Wirtschaftsdüngern wie Gülle und Mist konzentrieren. Diese ohne zusätzlichen Flächenbedarf mögliche Energiegewinnung sollte durch entsprechende Planungen unterstützt werden.
Die Ziele einer naturnahen Forstwirtschaft werden vor dem Hintergrund der sich verändernden Klimabedingungen von uns voll unterstützt Im Wald wird sich der Klimawandel durch weniger Schneefall im Winter und häufigere Starkregenereignisse ebenfalls negativ auf die bestehende Artenzusammensetzung auswirken. Neue Bestrebungen, die oftmals nicht standortgemäße Fichte durch eine weitere nicht standortgemäße Nadelbaumart (z.B. Douglasie) flächendeckend zu ersetzen, zählen nicht dazu. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass ein Ersatz der naturnahen Schutzwälder durch technische Massnahmen nicht finanzierbar ist. Die reizvolle Landschaft wird durch gemischte und gestufte Wälder, nicht durch Lawinenverbauungen und Galerien geprägt. Um diese Ziele zu erreichen, müssen alle „Spieler“ zusammenarbeiten. Angepasste Wildbestände zählen hier dazu und die Grundsätze des Waldgesetzes müssen endlich auf der Fläche umgesetzt werden.
